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Armand Jean du Plessis (Herzog von Richelieu)
Armand-Jean I. du Plessis de Richelieu ( - 9. September 1585 auf Schloss Richelieu, Dépt. Indre-et-Loire; † 4. Dezember 1642 in Paris), Marquis du Chillou, Bischof von Luçon (1608), Kardinal (1622), 1. Herzog von Richelieu (1631) und 1. Herzog von Fronsac (1634), Generalabt von Cluny, Cîteaux und Prémontré. Auch "rote Eminenz" genannt; maßgeblicher Berater Ludwigs XIII.; seine vordringlichen Ziele waren die Umgestaltung Frankreichs in einen absolutistischen Staat und das Beenden der habsburgischen Vormachtstellung in Europa.
Jugend
Armand du Plessis war das vierte von fünf Kindern und der letzte von drei Söhnen. Seine Familie war, obwohl sie nur zum niederen Adel von Poitou zählte, einigermaßen bedeutend: Sein Vater, François du Plessis, war ein Soldat und Höfling, der das Amt des Großpropsts von Frankreich bekleidete; seine Mutter Susanne de La Porte war die Tochter eines berühmten Juristen.
Als Richelieu fünf Jahre alt war, fiel sein Vater in den Hugenottenkriegen. Mit Hilfe von königlichen Zuschüssen war Richelieus verschuldete Familie in der Lage, finanzielle Schwierigkeiten zu vermeiden.
Im Alter von neun Jahren wurde der junge Richelieu an das Collège de Navarre in Paris geschickt, um Philosophie zu studieren. Nach dem Abschluss des Studiums strebte er eine militärische Karriere an, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.
König Heinrich III. hatte Richelieus Vater für seine Teilnahme in den Hugenottenkriegen belohnt, indem er seiner Familie die Diözese von Luçon zusprach. Die Familie Richelieus wies den Großteil der Einkünfte der Diözese dem privaten Gebrauch zu und wurde dadurch vom Klerus kritisiert, der sich eine rein kirchliche Verwendung der Mittel wünschte. Um die Nutzung dieser wichtigen Einkommensquelle für die Zukunft sicherzustellen, versuchte Richelieus Mutter ihren zweiten Sohn, Alphonse Louis du Plessis, zum Bischof von Luçon zu machen. Als jedoch Alphonse, anstatt den Bischofssitz einzunehmen, in den Kartäuserorden eintrat, musste Richelieu seines Bruders Stelle als Anwärter auf die Diözese einnehmen. Er beendete daher seine militärische Ausbildung und begann ein Theologiestudium. Gerade weil Richelieu ein kränkliches und schwaches Kind war, war er der Aussicht auf den Bischofssitz keinesfalls abgeneigt, da sich ihm dadurch die Möglichkeit bot, seine akademischen Interessen weiter zu verfolgen.
Im April 1607 wurde er mit Dispens des Papstes (er hatte das kanonische Alter noch nicht erreicht) zum Bischof von Luçon geweiht und promovierte kurz darauf in Paris. Schon kurz nachdem er im Jahre 1608 nach Luçon zurückkehrte, begann er mit großer Energie die Ordnung seiner in den Wirren der Hugenottenkriege verwahrlosten Diözese wieder herzustellen. Er war der erste Bischof in Frankreich, der die Beschlüsse des Konzils von Trient umsetzte.
Ungefähr zu dieser Zeit freundete sich Richelieu mit François Le Clerc du Tremblay an (besser bekannt als "Père Joseph"), einem Kapuziner, der später zu einem engen Vertrauten Richelieus wurde. Richelieu entwickelte früh politische Interessen und hätte gerne an den Beratungen in Loudun zur Beilegung eines Adelsaufstands teilgenommen, bei denen du Tremblay als Vertrauter der Königin-Mutter Maria von Medici und des päpstlichen Gesandten fungierte. Da er von den Beratungen ausgeschlossen blieb, logierte Richelieu in der Priorei de Coussay nur wenige Kilometer von Loudun entfernt und fuhr ihm mit einer Karosse entgegen, um mit ihm lange vertrauliche Gespräche über die innen- und außenpolitische Lage des französischen Königreichs und der Monarchie zu führen, bei denen beide ihre Aversion gegen das Haus Habsburg entdeckten. Aufgrund seiner engen Beziehung zu Richelieu, der als Kardinal später Anspruch auf die Anrede Eminenz (l’éminence) hatte und der grauen Farbe seines Habits erhielt du Tremblay den Spitznamen l'Éminence grise ("Die Graue Eminenz"). In späteren Jahren setzte Richelieu du Tremblay oft bei diplomatischen Verhandlungen als Vermittler ein.
An der Generalständeversammlung von 1614 nahm er als Repräsentant des Klerus von Poitou teil und beeindruckte die übrigen Teilnehmer mit einer brillanten Rede. Maria von Medici, als Königinmutter Regentin für ihren Sohn Ludwig XIII., holte ihn 1616 an den französischen Königshof. Im selben Jahr wurde er Staatssekretär mit den Ressorts Außenpolitik und Krieg. Als der junge Ludwig die Herrschaft seiner Mutter abschüttelte, fiel Du Plessis in Ungnade. Der König ließ den ersten Minister Concino Concini beseitigen und schickte seine Mutter ins Exil. Richelieu verlor sein Amt und wurde nach Avignon verbannt. Erst 1619 holte ihn der König zurück an den Hof, um zwischen ihm und seiner Mutter, die zwischenzeitlich aus dem Exil geflohen war und zusammen mit ihrem zweiten Sohn Gaston d'Orléans eine Revolte angeführt hatte, zu vermitteln. Richelieu gelang eine Aussöhnung zwischen Mutter und Sohn, was ihm die Gunst des Königs einbrachte.
Politisches Wirken
Als der königliche Favorit und erste Minister Ludwigs, Charles de Luynes, der 1621 eine Ernennung Richelieus zum Kardinal verhindert hatte, am 15. Dezember 1621 plötzlich starb, stand Richelieus Aufstieg nichts mehr im Wege. Der König hatte jedoch entschieden, dass es an seinem Hof künftig weder einen Connétable, noch einen Favoriten geben sollte.
Am 3. November 1622 wurde Richelieu auf Betreiben von Maria von Medici durch Papst Gregor XV. zum Kardinal ernannt. Ab 1624 gehörte er wieder dem Ministerrat an und wurde zu einem unverzichtbaren Berater für den König, der sehr streng darauf achtete, die ihm zukommende Entscheidungskompetenz an keine andere Person zu delegieren. Im selben Jahr machte ihn der absolute Monarch zum Prinzipalminister.
Seinen Einfluss auf den König nutzte Richelieu, um Frankreich nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Er reformierte die Verwaltung, entmachtete den Amtsadel (siehe: Journée des Dupes), ließ Père Joseph ein eigenes System von ihm treu ergebenen Verwaltungsbeamten und Spionen aufbauen, beschnitt die Rechte und den Einfluss des Adels und betrieb die Vernichtung der militärischen Kraft der Hugenotten. Er gab den Anstoss, dass eine seiner "Kreaturen" (créatures), Théophraste Renaudot ab dem 12. Mai 1631 die wöchentlich erscheinende Zeitung La Gazette herausgab, in der neben Nachrichten vom Hofe, Gesetze und Edikte auch Ordonnanzen und Berichte des Königs sowie Richelieus auf die öffentliche Meinung der nachrichtenhungrigen Militärs, Hofkleriker, Gelehrten und Beamten einwirkten.
Zu den übrigen "Kreaturen" Richelieus gehörte der Abt von Saint-Germain-des-Pres Mathieu de Morgues, der Domherr von Saint-Germain-l'Auxerrois François Dorval-Langlois de Fancan, Paul Hay du Châtelet, einer der Gründer der Académie française Jean Sirmond, die vom Calvinismus zum Katholizismus konvertierten Jacques Pelltier und Jérémie Ferrier, der Jurist Pierre Dupuy und der Historiker Théodore Godefroy.
Kampf gegen die Hugenotten
Théodore Godefroy
Die Hugenotten bildeten im Frankreich Ludwigs XIII. einen Staat im Staate. Durch die Garantien des Edikts von Nantes verfügten sie über Städte und Befestigungsanlagen unter eigener Verwaltung ("militärische Sicherheitsplätze") und über erhebliche Subsidien ihres natürlichen Verbündeten England.
Nach der Ermordung der Integrationsfigur Heinrich IV. kam es wiederholt zu Unruhen und militärischen Auseinandersetzungen. Richelieu musste das militärische Potenzial der Hugenotten brechen, um den Absolutismus in Frankreich dauerhaft zu etablieren.
Nach dem Fall der bedeutendsten hugenottischen Stadt La Rochelle nach über einjähriger Belagerung im Jahre 1628 beließ Richelieu den Hugenotten im Edikt von Alès von 1629 zwar ihre Kultfreiheit, nahm ihnen jedoch ihre militärischen Sicherheitsplätze: die hugenottische Militärpartei war damit dauerhaft entmachtet.
Rolle im Dreißigjährigen Krieg
Um die spanische Vormachtstellung in Europa zu brechen, nutzte Richelieu Spaniens Engagement im Dreißigjährigen Krieg. Er stützte die protestantischen Fürsten, um Spaniens Kräfte im Krieg zu binden. Im Vertrag von Bärwalde (1631) sicherte er dem schwedischen König Gustav II. Adolf eine Unterstützung von 1 Million Livres (Pfund) pro Jahr zur Kriegsführung zu, was jenem ermöglichte, mit seinen Truppen bis nach Süddeutschland vorzudringen. 1635 trat Frankreich dann aktiv an der Seite Schwedens in den Krieg ein.
Verschwörungen gegen Richelieu
In der Wahl seiner Methoden folgte Richelieu dem Grundsatz "Der Zweck heiligt die Mittel". Politische Gegner wurden rücksichtslos ausgeschaltet, Bündnisse nach Zweckmäßigkeit eingegangen. Seine Bündnisse mit verschiedenen protestantischen Fürstenhäusern sorgten für Empörung in Adel und katholischer Kirche. Seine Politik stieß auf große Widerstände im eigenen Land. Es gab zahlreiche Verschwörungen und Attentate, die er dank seines Spionagenetzes meist rechtzeitig aufdecken konnte.
Chalais
1626, als er gemeinsam mit der Königinmutter versuchte, den Bruder des Königs, Gaston d'Orleans, in eine Ehe mit Marie de Bourbon-Montpensier zu zwingen, kam es zum ersten hochrangig besetzten Mordkomplott. Einige hohe Adlige, darunter die Herzogin von Chevreuse und ihr Liebhaber, der Marquis de Chalais unterstützten d'Orleans Widerstand und planten Richelieus Tod. Das Komplott wurde aufgedeckt, Chalais hingerichtet, Mme. de Chevreuse nach Poitou verbannt. D'Orleans wurde begnadigt, musste aber die ungeliebte Frau heiraten. Damit begann eine lebenslange Feindschaft zwischen dem Bruder des Königs und dem Ersten Minister.
Montresor
Zehn Jahre später gab es erneut ein Mordkomplott. Richelieu sollte 1636 im Feldlager von Amiens, beim Rückzug nach einer Kampagne gegen spanische Truppen in der Picardie, den Tod finden. Daran beteiligt waren unter anderem der Comte de Montrésor, Favorit von Gaston d'Orleans und der Comte des Soissons, Feldherr und Parteigänger der Maria de Medici. Soissons floh daraufhin 1637 nach Sedan und sammelte andere Gleichgesinnte um sich. 1641 kehrte Soissons mit einer habsburgischen Armee nach Frankreich zurück. Er besiegte den französischen Marschall de Châtillon in der Schlacht von La Marfée 6. Juli 1641, starb aber im Augenblick des Triumphes durch die Kugel eines Heckenschützen.
Förderer der Künste
Richelieu war ein vielseitig interessierter Mann, der neben seinen Staatsgeschäften auch ein großes Interesse an der Kunst besaß und mit seinem im Amt erworbenen Wohlstand zahlreiche Künstler förderte.
So besoldete er den Architekten Jacques Lemercier, der bei der Erweiterung des Louvre seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Lemercier entwarf in seinem Auftrag die Kapelle der Sorbonne, in der Richelieu gemäß seinem letzten Willen beigesetzt wurde, und das Palais Cardinal, die Residenz des Kardinals in Paris. Das Palais beherbergte neben der Kunstsammlung des Kardinals auch ein Theater, das seinerzeit die modernste und schönste Bühne in Paris war. Es wurde 1641 mit einer Aufführung von Jean Desmarets Mirame eröffnet.
Die Dekoration des Palais Royale übertrug er dem ersten Hofmaler von Ludwig XIII., Simon Vouet.
Ebenfalls zu seinen Schützlingen zählte der junge Philippe de Champaigne. Das Bild zu diesem Artikel ist ein Ausschnitt aus einem Dreifach-Portrait, das Champaigne ca. 1640 anfertigte. Es ist heute in der National Gallery in London ausgestellt.
Das größte künstlerische Interesse des Kardinals galt aber der Literatur. So griff er die Idee einer Gesellschaft zur Pflege der französischen Sprache und Kultur auf und machte bereits 1635 aus dem informellen Zirkel um Valentin Conrart, der sich seit 1630 dieser Aufgabe widmete, eine offizielle Einrichtung, die Académie Française. Er protegierte zahlreiche junge Dramatiker, darunter auch den hochbegabten, jungen Pierre Corneille. Im Streit um Corneilles gefeierte Tragikkomödie "Le Cid", deren Triumph zahlreiche Neider auf den Plan rief, stellte er sich allerdings gegen seinen Protegée. In seinem Auftrag erstellte die Académie Française ein Gutachten, welches negativ ausfiel und Richelieu zum Vorwand diente, weitere öffentliche Aufführungen des Stückes zu untersagen. Seine Motive hierfür sind unklar. Neid mag eine Rolle gespielt haben, ebenso wie der Umstand, daß die Moral im Cid für seine Bemühungen zur Eindämmung von Duellen nicht förderlich war.
Ende
Richelieu starb am 4. Dezember 1642. Seit frühester Jugend von höchst anfälliger Gesundheit, hatte er sich sein Leben lang nicht geschont. Seit dem 18. November auf dem Sterbebett liegend, ordnete er seinen politischen Nachlass und konferierte noch zwei Tage vor seinem Tod mit dem König, schon vom Tod gezeichnet. Es wird behauptet, er habe dem König Mazarin als seinen Nachfolger empfohlen; das ist nicht zu beweisen. Richelieu wurde nach eigenem Wunsch in der Kapelle der Sorbonne begraben.
Nach ihm wurde das Schlachtschiff Richelieu benannt.
Die Diamantspangenaffäre
Trotz seiner politischen Leistungen und großen Verdienste um Kunst und Kultur ist vielen der Name Richelieu vor allem aus dem Roman "Die drei Musketiere" von Alexandre Dumas d. Ä. bekannt. Dort ist der Kardinal der finstere Gegenspieler der Helden, der dem englischen Premierminister Buckingham die Liebe Anna von Österreichs neidet. Anna begeht den Fehler, dem Herzog von Buckingham bei einem geheimen Stelldichein ein Liebespfand zu geben, ein Kästchen mit 12 Diamantspangen, das sie selbst als Geschenk vom König erhalten hatte. Als Richelieu davon erfährt, läßt er Buckingham zwei dieser Spangen durch eine Agentin stehlen. Dann bewegt er den König dazu, die Königin zu einem Ball zu bitten, wo sie eben diese Diamantspangen tragen soll. D'Artagnan muss mithilfe seiner Freunde die Spangen noch vor dem Ball aus England zurückholen, damit Richelieu die Königin nicht öffentlich bloßstellen kann.
Das Grundthema dieser Handlung, die Diamantspangenaffäre, findet sich allerdings nicht erst bei Dumas. Schon der Dichter La Rochefoucauld berichtet diese Episode in seinen Memoiren. La Rochefoucauld war sowohl ein enger Vertrauter der Königin und Herausgeber ihrer Memoiren als auch der Geliebte ihrer langjährigen Busenfreundin, der Madame de Chevreuse. Daher ist es durchaus denkbar, dass sich die Affäre tatsächlich zugetragen hat.
Literatur
Neuere deutsche Werke
- Dickmann, Fritz, Rechtsgedanke und Machtpolitik bei Richelieu. Studien an neuentdeckten Quellen, in: HZ 196 (1963) S. 265-319.
- Philippe Erlanger, Richelieu Der Ehrgeizige, der Revolutionär, der Diktator. Aus dem Frz. übertr. v. Ulla Leippe, Frankfurt/M. 1975; ISBN 3797302738
- Joerg Wollenberg, Richelieu Staatsraison und Kircheninteresse. Zur Legitimation der Politik des Kardinalpremier, Bielefeld 1977; ISBN 3880240205
- Daniel P. O'Connell, Richelieu : Kardinal, Staatsmann, Revolutionär. Dt. Übers. von Holger Fliessbach, München : Heyne, 1978; ISBN 3453550463
- Philippe Erlanger, Richelieu, Lübbe, Berg.-Gladb. 1980; ISBN 3404610547
- Bruno Gloger, Richelieu, die Karriere eines Staatskanzlers. Biogr., Berlin 1989, 1990; ISBN 3355008206
- Jean Meyer, Fkr. im Zeitalter des Absolutismus, 1515-1789. Aus dem Frz. übertr. v. Friedrich Weinert (Gesch. Fkr.s 3), Stuttgart 1990; ISBN 3421064539
- Markus C. Kerber, Richelieu oder Die Macht des Vorzimmers, Berlin : verbum Druck- und Verlagsgesellschaft, 2004; ISBN 3928918230
- Burckhardt, C. J., Richelieu, Der Aufstieg zur Macht - Behauptung der Macht und kalter Krieg - Großmachtpolitik und Tod des Kardinals, Ausgabe in einem Band, Verlag Callwey, München, 18. Auflage 1984, ISBN 3766707272
Wichtige französische Werke
- François Bluche, Richelieu, Perrin, 2003, ISBN 2262017182 (vom Richelieu-Spezialisten)
- Françoise Hildesheimer, Richelieu. Une certaine idée d'Etat, Paris, 1985
- Françoise Hildesheimer, Relectures de Richelieu, Paris, 2000
Neuere englische Werke
- Richard Bonney, Political Change in France under Richelieu and Mazarin, 1624-1661, Oxford/London/Glasgow 1978;
- Robert J. Knecht, Richelieu, London/New York 1991; ISBN 0582557100
- Joseph Bergin, The Rise of Richelieu, New Haven/London 1991; ISBN 0300049927
- Joseph Bergin, Richelieu and his age, Oxford : Clarendon Press, 1992; ISBN 0198202318
Weblinks
-
- [http://visualiseur.bnf.fr/Visualiseur?Destination=Gallica&O=NUMM-100602 Der Text des Testaments im Original]
- [http://www.museenkoeln.de/ausstellungen/wrm_0302_richelieu/default.asp Rückblick auf eine Ausstellung im Wallraf-Richartz Museum in Köln]
- [http://bautz.de/bbkl/r/richelieu_a_j.shtml Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon - RICHELIEU]
- [http://www.newadvent.org/cathen/13047a.htm Catholic Encyclopedia - Armand-Jean du Plessis, Duke de Richelieu] (englisch)
- [http://64.1911encyclopedia.org/R/RI/RICHELIEU_ARMAND_JEAN_DU_PLESSIS_DE_CARDINAL.htm Online Classic Encyclopedia - LoveToKnow - ARMAND JEAN DU PLESSIS DE, CARDINAL RICHELIEU] (englisch)
Richelieu
Richelieu
Richelieu
Richelieu
Richelieu
Richelieu
Richelieu
Richelieu
Kategorie:Geboren 1585
Kategorie:Gestorben 1642
als:Armand Jean du Plessis (Herzog vo Richelieu)
ja:リシュリュー
1585
Politik und Weltgeschehen
- Beginn des achten Hugenottenkrieges der katholischen Liga (bis 1588)
- Sixtus V. wird Papst (bis 1590 (†)) (Erbauer der Vatikanischen Bibliothek)
- Giordano Bruno veröffentlicht die Eroici furori (Zwiegespräche vom Helden und Schwärmer)
- Dietrich IV. von Fürstenberg, geboren 1546 auf der Burg Waterlappe im Amt Werl, wird Fürstbischof von Paderborn, er regiert das Fürstbistum bis zu seinem Tod 1618
- 9. September: Die Frankfurter Börse wird gegründet. 82 Kaufleute finden sich anfangs zur Kursfestsetzung ein
- 23. Januar: Maria Ward, Begründerin der englischen Fräulein und Wegbereiterin der Mädchenbildung († 1645)
- 5. März: Johann Georg I. Kurfürst von Sachsen (†1656)
- 5. März: Friedrich I. (Hessen-Homburg), der Begründer des Adelsgeschlechts Hessen-Homburg († 1638)
- 15. April: Adam Graf von Herberstorff, bayerischer Statthalter von Oberösterreich (†1629)
- 5. Mai: Vincenzo Carafa, italienischer Ordensgeneral († 1649)
- 17. Mai: Peter Melander von Holzappel, Oberbefehlshaber der kaiserlich-ligistischen Truppen von 1647 bis zu seinem Tode († 1648)
- 1. August: Wilhelm von Proeck, Mitglied der Fruchtbringende Gesellschaft
- 9. September – Armand Jean du Plessis Richelieu, französischer Kardinal und Staatsmann (†1642)
- 4. Oktober: Anna von Tirol, Kaiserin des Heiligen Römischen Reichs von 1612 bis 1619 († 1618)
- 14. Oktober: Heinrich Schütz, deutscher Musiker, Komponist und Organist des Barock († 1672)
- 28. Oktober: Cornelius Jansen, berühmter holländischer Theologe († 1638)
- 5. Dezember: Heinrich Julius von Wietersheim, Stiftshofmeister in Quedlinburg († 1645)
- 10. März: Rembert Dodoens, war flämischer Botaniker und Physiker ( - 1516)
- 10. April: Gregor XIII. (Papst), war Papst von 1572 bis 1585 ( - 1502)
- 6. August: Jermak, russischer Entdecker und Kosaken-Ataman ( - zwischen 1537 und 1540)
- 6. September: Luca Cambiaso, italienischer Maler ( - 1527)
- 1. Oktober: Anna von Dänemark, Kurfürstin von Sachsen ( - 1532)
- 5. November: Pontus de la Gardie, schwedischer Heerführer und Gouverneur von Livland ( - 1520)
- 23. November: Thomas Tallis, englischer Komponist geistlicher, vorwiegend vokaler Musik zur Zeit der englischen Reformation ( - 1505)
- 27. November: Ambrosius Lobwasser, deutscher Schriftsteller ( - 1515)
ko:1585년
simple:1585
Richelieu (Frankreich)Richelieu ist eine Stadt im Département Indre-et-Loire, Frankreich, mit einer Einwohnerzahl von etwa 2.300 (2003). Richelieu liegt an dem kleinen Flüsschen "Mable".
Geschichte
Die Stadt Richelieu wurde ab 1631 auf Anordnung des Kardinals Richelieu an Stelle des gleichnamigen Dorfes erbaut. In unmittelbarer Nähe ließ der Kardinal nach den Plänen des Architekten Jacques Lemercier ein Schloss erbauen, das 1840 zerstört wurde. Heute ist nur noch der 500 ha große, von einer hohen Mauer umgebene Schlosspark vorhanden, der der Universität Paris gehört.
Stadtgliederung
Noch heute ist der rechteckige, absolut symmetrische Grundriss der ursprünglichen Stadt innerhalb der Stadtmauern zu erkennen. Auch dieser Grundriss wurde von Jacques Lemercier erstellt; seine Brüder Pierre und Nicolas überwachten die Bauausführung. Um einen Anreiz zur Besiedlung seiner Stadt zu geben, stellte der Kardinal den Interessenten das Bauland kostenlos zur Verfügung und befreite sie von allen Steuern. Um das gewünschte einheitliche Stadtbild zu gewährleisten, durften nur die vom Kardinal ausgewählten Baumeister Thiriot oder Barbet mit der Bauausführung beauftragt werden. Mit dem Tode des Kardinals im Jahre 1642 wurden die systematischen Arbeiten aufgegeben; dennoch wurde die begonnene Stadtanlage innerhalb des vorgegebenen rechtwinkligen Straßenrasters fertiggestellt. Heute steht das gesamte Stadtbild unter Denkmalschutz. Der Fabeldichter Jean de La Fontaine nannte Richelieu "das schönste Dorf des Universums".
Im Norden, Süden und Westen sind je ein Stadttor vorhanden. Das Tor im Osten ist "blind", da dahinter der Schlosspark liegt; aus Symmetriegründen hat man es dennoch in der Stadtmauer angedeutet. Später wurden zwei weitere Zugänge in die Stadt angelegt, um dem wachsenden PKW-Verkehr Rechnung zu tragen. Auf die Anlage von Stadttoren hat man dabei jedoch verzichtet. Die Stadt ist von einem Grabensystem umgeben, das von dem Flüsschen Mable gespeist wird.
Platz für Erweiterungen war nur außerhalb des 682 m langen und 487 m breiten Rechtecks der Stadtmauern vorhanden. Der Bahnhof, neue Wohn- und kleine Gewerbegebiete finden sich vorwiegend im Nordosten und Südwesten der Stadt.
Wirtschaft
Bevölkerungsstruktur
Wie viele Kleinstädte leiden auch Richelieu und seine Umgebung an Bevölkerungsschwund. Dies liegt zum großen Teil an der zentralistischen Struktur Frankreichs mit der nach wie vor starken Dominanz des Großraums Paris. Seit der Hochgeschwindigkeitszug TGV Tours in ca. einer Stunde mit Paris verbindet, ziehen zudem viele Bewohner der kleineren Städte in die Nähe der TGV-Bahnhöfe, um von dort aus täglich nach Paris zu pendeln.
Mit dem Rückgang der Bevölkerung geht eine schleichende Verschlechterung der Infrastruktur einher. Geschlossene Geschäfte und Gasthäuser sind ein alltägliches Bild. Auffallend ist auch der hohe Anteil alter Menschen.
Verkehr
Richelieu liegt etwas abseits der großen Verkehrsströme. Die Nord-Süd-Achse Paris - Bordeaux führt auf Straße (Autobahn A 10) und Schiene (TGV) etwa 20 km östlich an Richelieu vorbei. In Richelieu kreuzen sich untergeordnete Straßen in Nord-Süd- sowie Ost-West-Richtung, die die Stadt an das Hauptstraßennetz anbinden.
Richelieu liegt am Ende einer Eisenbahn-Stichstrecke, die in Chinon von der Strecke Tours - Thouars abzweigt. Der Personenverkehr auf dieser Strecke ist seit mehreren Jahrzehnten eingestellt; der spärliche Güterverkehr wird von der privaten Gesellschaft "Régie Ferroviaire Richelaise" (RFR) betrieben. Der Bahnhof Richelieu ist Sitz eines Museumsbahnvereins, der an den Sommerwochenenden Dampfzugfahrten nach Chinon durchführt.
Gewerbe
Die Wirtschaftsstruktur in der südlichen Touraine ist vorwiegend agrarisch geprägt, was durch das milde Klima begünstigt wird. Hauptsächlich werden Getreide, Mais, Melonen und natürlich Wein angebaut. Im Gegensatz zu den umliegenden Anbaugebieten, in denen der Rotwein vorherrscht, wird um Richelieu viel Weißwein angebaut. Neben dem Ackerbau spielt die Zucht von Milchkühen und Ziegen eine große Rolle. Die schmackhaften Ziegenkäse werden von den Bauern vorwiegend selbst vermarktet.
Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor, der durch die Nähe zum Loiretal mit seinen berühmten Schlössern begünstigt wird.
Das produzierende Gewerbe ist kaum der Rede wert und leidet unter ständigen Schwierigkeiten, die zum Teil dem ungünstigen Standort in einer recht dünn besiedelten Region geschuldet sind.
Geographie
Richelieu liegt auf der Grenze zwischen der Touraine und dem Poitou, etwa 60 km südlich von Tours und je 20 km von Chinon und Loudun entfernt. Die Stadt wurde in einem ursprünglich sumpfigen weiten Tal angelegt. Das gemäßigte Klima lässt bereits die Einflüsse des nur ca. 180 km entfernten Atlantiks spüren.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Grande Rue
Die Hauptstraße (Grande Rue) verläuft exakt in Nord-Süd-Richtung zwischen dem nördlichen (Porte de Chinon) und dem südlichen Stadttor (Porte de Chatellerault) und durchquert dabei die beiden Plätze der Stadt. Sie wird auf beiden Seiten von je 14 schönen und großen Bürerhäusern gesäumt, die in einem einheitlichen Stil errichtet wurden. Trotz diverser Umbauten haben die Häuser über den Lauf der Jahre hinweg ihren ursprünglichen Charakter erhalten.
Plätze
Im Norden und im Süden der Stadt befinden sich in der Nähe der Stadttore je ein rechteckiger Platz, die jeweils in ihren Mittelachsen von Straßen durchschnitten werden. In Nord-Süd-Richtung ist dies die Grande Rue, die somit auch die Plätze miteinander verbindet.
Der nördliche Platz (Place Royale, heute: Place des Religieuses) ist eine baumbestandene Sandfläche und wird - leider - meistens als Parkplatz genutzt. Der größere Platz im Süden (Place Cardinale, heute: Place des Halles et de l'Eglise) markiert das eigentliche Zentrum der Stadt. Auf ihm stehen westlich der Grande Rue die Kirche und östlich die Markthalle, in der noch heute Kram- und Lebensmittelmärkte abgehalten werden. An diesem Platz liegen auch das Rathaus und das Fremdenverkehrsbüro.
Stadttore
Die drei Stadttore sind imposante schiefergedeckte Bauwerke mit hohen Räumen für die hölzernen Fallgitter über dem eigentlichen Tor. Die Durchlässe sind recht schmal und nur einspurig passierbar. Alle Tore werden von Seitengebäuden flankiert; am nördlichen Tor ist auch die Stadtmauer noch gut erhalten. Unmittelbar hinter den Toren befinden sich auf der stadtabgewandten Seite Brücken über die Grabenanlage, die zum Teil noch heute vom Mable durchflossen wird.
Bauwerke
Kirche
Die Kirche Notre Dame wurde 1635 von Pierre Lemercier errichtet.
Markthalle
Auch die Markthalle stammt aus der Gründungszeit der Stadt Richelieu. Sie beeindruckt durch ein mächtiges Holzfachwerk, das das Dach der seitlich offenen Halle trägt. Hinter der Halle liegt ein kleinerer Platz, der früher als Viehmarkt genutzt wurde.
Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften bestehen mit der kanadischen Stadt Richelieu, der deutschen Stadt Schaafheim und mit Luçon im Département Vendée.
Söhne und Töchter der Stadt
- Jules Chevalier, französischer Priester und Autor
Weblink
- [http://www.math.ethz.ch/~michele/MKA/proj4.html Französischer Städtebau am Beispiel Richelieu]
- [http://www.ville-richelieu.fr/ Webpräsenz der Stadt Richelieu]
- [http://www.francebalade.com/valvienne/richelieu.htm Kommerzielle Seite mit vielen Fotos der Stadt]
Kategorie:Ort in Centre
4. DezemberDer 4. Dezember ist der 338. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 339. in Schaltjahren) - somit bleiben 27 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 771 - Karl der Große wird nach dem Tod seines Bruders und Mitregenten Karlmann I. im Alter von 27 Jahren Alleinherrscher im Frankenreich.
- 1897 - Durch einen Friedensvertrag endet der Türkisch-Griechische Krieg.
- 1944 - Luftangriff auf Heilbronn. Mit über 6.500 Toten einer der schwersten Luftangriffe des 2. Weltkrieges.
- 1958 - Dahomey, später Benin, wird autonome Republik
- 1967 - An der nordfranzösischen Atlantikküste geht erstmals ein Gezeitenkraftwerk ans Netz.
- 1974 - Jean-Paul Sartre erhält vom Oberlandesgericht Stuttgart die Erlaubnis, den in Stammheim inhaftierten Terroristen Andreas Baader zu besuchen
- 1975 - Suriname wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 1977 - Jean-Bédel Bokassa ernennt sich zum Kaiser des "Zentralafrikanischen Kaiserreiches".
- 1989 - Der eiserne Vorhang der ehemaligen ČSSR fällt
- 1991 - Auf den Seychellen wird ein Mehrparteiensystem eingeführt.
- 1993 - In Österreich beginnt der Briefbomben-Terror von Franz Fuchs.
Wirtschaft
- 1871 - Im Deutschen Reich wird die Goldmark zu 100 Pfennig als einheitliche Währung eingeführt.
- 1924 - Erste deutsche Funkausstellung wird trotz schwieriger Zeiten in Berlin eröffnet.
- 1985 - In Düsseldorf wird bekannt, dass Friedrich Karl Flick beabsichtigt, sein Imperium an die Deutsche Bank zu verkaufen
Wissenschaft, Technik
- 1948 - In Berlin wird die Freie Universität gegründet.
Kultur
- 1773 - Uraufführung der lyrischen Tragödie Sabinus von François-Joseph Gossec in Versailles.
- 1920 - Uraufführung der Oper Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold am Stadttheater Hamburg sowie am Stadttheater Köln.
- 1926 - In Dessau wird das neue Bauhaus eingeweiht.
- 1948 - Die neu gegründete Freie Universität Berlin wird feierlich eingeweiht.
Religion
- 1154 - Nicholas Breakspear wird als erster und bisher einziger Engländer zum Papst gewählt und tritt mit der tags darauf stattfindenden Inthronisation sein Amt als Hadrian IV. an.
- 1963 - Das zweite vatikanische Konzil beschließt, dass katholische Messen in der jeweiligen Landessprache gehalten werden dürfen.
Katastrophen
- 1974 - Colombo, Sri Lanka. Absturz einer niederländischen Douglas DC-8. An Bord waren indonesische Moslems auf der Pilgerfahrt nach Mekka. Alle 191 Menschen starben.
- 1977 - Joho Bahrain, Malaysia. Explosion einer Boeing 737 der Malaysian Airline System während die Maschine entführt wurde. Alle 100 Menschen an Bord starben.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1999 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Lajos Erös in der Stadion-Sporthalle in Hannover, Deutschland, durch KO.
Geboren
- 1595 - Jean Chapelain, französischer Kritiker
- 1607 - Evaristo Baschenis, italienischer Maler
- 1777 - Jeanne Francoise Récamier, französische Schriftstellerin
- 1787 - Johan Fredrik Berwald, schwedischer Komponist
- 1795 - Thomas Carlyle, schottischer Essayist
- 1800 - Emil Aarestrup, dänischer Dichter († 21. Juli 1856)
- 1835 - Samuel Butler, englischer Schriftsteller
- 1865 - Edith Cavell, britische Krankenpflegerin
- 1866 - Wassily Kandinsky, russischer Maler (Der Blaue Reiter)
- 1886 - Ludwig Bieberbach, deutscher Mathematiker und NSDAP-Mitglied
- 1875 - Rainer Maria Rilke, österreichischer Dichter
- 1881 - Erwin von Witzleben, deutscher Generalfeldmarschall und Widerstandskämpfer
- 1886 - Jan Thomée, niederländischer Fußballspieler
- 1887 - Will Grohmann, deutscher Kunsthistoriker
- 1892 - Francisco Franco Bahamonde, spanischer Diktator
- 1899 - Elfriede Lohse-Wächtler, eine der herausragendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhundert
- 1903 - Cornell Woolrich, US-amerikanischer Krimiautor
- 1908 - Alfred D. Hershey, US-amerikanischer Molekularbiologe
- 1910 - Thelma White, US-amerikanische Schauspielerin
- 1913 - Johann Cilenšek, deutscher Komponist
- 1914 - Rudolf Hausner, österreichischer Maler
- 1915 - Eddie Heywood, US-amerikanischer Bandleader, Musiker und Songschreiber
- 1922 - Gérard Philipe, französischer Schauspieler
- 1927 - William Labov, US-amerikanischer Sprachwissenschaftler
- 1930 - Paul-Heinz Dittrich, deutscher Komponist
- 1932 - Edgar Valcárcel Arze, peruanischer Komponist
- 1932 - Roh Tae-woo, General und 6. südkoreanischer Präsident
- 1933 - Horst Buchholz, deutscher Schauspieler
- 1940 - Freddy Cannon, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1942 - Chris Hillman, US-amerikanischer Musiker Sänger und Songschreiber
- 1943 - Werner Becker, deutscher Musiker (Anthony Ventura)
- 1943 - Björn-Hergen Schimpf, deutscher TV-Moderator
- 1944 - Dennis Wilson, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1944 - Chris Hillman, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1948 - Southside Johnny, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1949 - Jeff Bridges, US-amerikanischer Schauspieler
- 1951 - Gary Rossington, US-amerikanischer Musiker
- 1953 - Jean-Marie Pfaff, belgischer Fußballspieler
- 1956 - Guy Morin, Schweizer Politiker
- 1956 - Lisa Politt, deutsche Kabarettistin
- 1959 - Nico Hofmann, deutscher Regisseur
- 1960 - Glynis Nunn, australische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1963 - Jozef Sabovcik, slowakischer Eiskunstläufer
- 1963 - Rochelle Swanson, US-amerikanische Schauspielerin
- 1964 - Marisa Tomei, US-amerikanische Schauspielerin
- 1969 - Shawn Carter alias Jay-Z, US-amerikanischer Musiker
- 1973 - Tyra Banks, US-amerikanisches Model
- 1979 - Maite Kelly, US-irisch-deutsche Musikerin und Sängerin (Kelly Family)
- 1980 - Stefan Pfannmöller, deutscher Kanute.
Gestorben
- 880 - Seiwa, 56. Kaiser von Japan
- 1245 - Christian von Preußen (auch: Chrsitian von Oliva), erster Bischof von Preußen
- 1408 - Valentina Visconti, Schwester der beiden letzten Herzöge, Giovanni Maria Visconti und Filippo Maria Visconti
- 1459 - Adolf VIII., Graf von Holstein und Herzog von Schleswig
- 1476 - Zdeněk Konopišťský ze Šternberka, böhmischer Adeliger, Diplomat und Politiker
- 1528 - Jakob Locher, humanistischer Schriftsteller und Übersetzer
- 1628 - Thomas Platter (der Jüngere), schweizer Arzt und Schriftsteller
- 1642 - Armand Jean du Plessis Richelieu, französischer Kardinal und Staatsmann
- 1679 - Thomas Hobbes, britischer Philosoph
- 1696 - Meisho, 109. Kaiserin von Japan
- 1798 - Luigi Galvani, italienischer Arzt und Naturforscher
- 1828 - Robert Banks Jenkinson, 2. Earl of Liverpool, britischer Staatsmann
- 1854 - José Joaquín Guarín, kolumbianischer Komponist
- 1861 - José María Bustamante, mexikanischer Komponist
- 1865 - Adolph Kolping, deutscher katholischer Priester
- 1893 - Heinrich Göbel, deutsch-amerikanischer Erfinder
- 1932 - Gustav Meyrink, österreichischer Dichter
- 1946 - Ernst Kornemann, deutscher Althistoriker
- 1948 - Karl Bonhoeffer, deutscher Psychiater
- 1953 - Daniel Gregory Mason, US-amerikanischer Komponist
- 1962 - Walther Kühn, deutscher Politiker
- 1971 - Meinrad Inglin, schweizer Schriftsteller
- 1971 - Georg von Rauch, deutscher Terrorist
- 1975 - Hannah Arendt, deutsche Philosophin
- 1976 - Tommy Bolin, US-amerikanischer Musiker
- 1976 - Benjamin Britten, britischer Komponist
- 1983 - Perez Prado, kubanischer Musiker
- 1983 - John Tyndall, irischer Physiker
- 1987 - Rouben Mamoulian, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1987 - Luis Federico Leloir, argentinischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1993 - Frank Zappa, US-amerikanischer Musiker
- 2000 - Hans Carl Artmann, österreichischer Dichter
- 2004 - Wolfgang Hempel, deutscher Sportreporter
Feier- und Gedenktage
- Sankt Barbara
Am 4. Dezember, der auch als Barbaratag bezeichnet wird, ist es Brauch, Obstzweige (v.a. Kirschzweige) zu schneiden und in die Vase zu stellen. Diese blühen dann zu Weihnachten. Junge Mädchen geben jedem Zweig den Namen eines Verehrers. Der, dessen Zweig zuerst blüht, wird der spätere Ehemann.
Bärbeltreiben:
Wenn es an diesen Tagen in den Straßen und Dörfern dunkel wird, liegt eine geheimnisvolle Atmosphäre über dem gesamten Oberallgäu. Denn an diesen Tagen feiert ein heidnischer Brauch rauhe Urstände im Oberallgäu: Das Bärbele-Springen und das wilde Treiben der Rumpelklausen.
Beim alten Brauch des "Bärbele Treibens" im Oberallgäu haben ausschließlich die Frauen das Sagen. Die als alte "Weiber" verkleideten Frauen ziehen am 4. Dezember - am "Barbara's Tag" - mit ihren Weidenruten durch die vorweihnachtlichen Straßen, um den einen oder anderen Rutenhieb zu verteilen und Kinder mit Äpfeln und Nüssen zu beschenken.
Barbaraparade:
In vielen Bergbauorten, auch in solchen in denen der aktive Berbau längst erlosche ist, wird am Barbaratag oder am Sonntag nach dem Barbaratag ein Parade d.h. ein bergmännischer Umzug durchgeführt (s.a. externe Links)
Siehe auch
:3. Dezember - 5. Dezember
:Historische Jahrestage - Zeitskala
:Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
1204
ja:12月4日
ko:12월 4일
simple:December 4
th:4 ธันวาคม
Weblinks
- [http://www.deinallgaeu.de/texte1/oberstdorf/baerbeltreiben.htm Bärbeletreiben im Oberallgäu]
- [http://wirtschaft.fh-trier.de/ri/fell/video/video.php?nr=9&unr=0&eTyp=h Ein Video von der Barbaraparade in Fell]
Paris
Paris (dt. [], frz. []) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Seineufer“) und einen südlichen Teil (rive gauche „linkes Seineufer“). Paris hat im separat verwalteten Stadtgebiet offiziell 2.138.551 Einwohner, in der Agglomeration leben 11.564.680 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard périphérique, umschließt die 20 arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbständig verwaltet und zählen dadurch nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist auch UN-Stadt (UNESCO).
Geografie
Geografische Lage
UNESCO
UNESCO]
Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist umgeben von großen Wäldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 105,4 Quadratkilometern. Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern.
Stadtgliederung
Im Jahre 1790 wurde Paris Verwaltungssitz des Départements Seine (75). Seit der Neugliederung der Départements der Île-de-France im Jahre 1968 ist Paris gleichzeitig Stadt und Département.
Die Stadt ist in 20 nummerierte Gebiete aufgeteilt, die Arrondissements genannt werden und die Postleitzahlen 75001 bis 75020 tragen. Jedes Arrondissement besteht aus vier Quartiers. Die Arrondissements von Paris sind:
Louvre, Bourse, Temple, l'Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, l'Élysée, l'Opéra, l'Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, l'Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceaux, Butte-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.
Klima
Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 639 Millimeter.
Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,4 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 65 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar und April mit jeweils durchschnittlich 45 Millimeter.
Geschichte
April]]
Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutuhezi des Stammes der Parisier auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt. Der erste Bestandteil des Namens stammt von der keltischen Wurzel luta „Sumpf“, so dass der gesamte keltisch-römische Name Lutetia Parisiorum, also „Sumpfebene der Parisier“ bedeutet. Der Hinweis auf den Sumpf ging im Laufe der Zeit verloren.
Nach der Eroberung der Siedlung durch die Römer im Jahr 52 v. Chr. brannten die Parisii ihr Inselfort nieder und überließen es den Römern. Diese bauten die Stadt als Lutetia wieder auf und dehnten die nunmehr befestigte Stadt auf das linke Seineufer aus. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunächst recht unbedeutend.
52 v. Chr.
Im 5. Jahrhundert wurde die römische Herrschaft durch die Merowinger beendet. Im Jahre 508 ist Paris Hauptstadt des Merowingerreiches unter Chlodwig I. (466-511) geworden. Danach wurde sie unter einem seiner Söhne zu einem fränkischen Teilkönigreich Paris. Während der Karolingerherrschaft überfielen die Normannen wiederholt die Stadt. Die Kapetinger machten Paris zur Hauptstadt Frankreichs. Philipp II. Augustus (1165-1223) ließ die Stadt befestigen. 1190 wurden eine Mauer am rechten Ufer der Seine und im Jahre 1210 ein Wall am linken Ufer errichtet. Zu jener Zeit gab es am rechten Seineufer zahlreiche Händler. Auf Veranlassung Philipp II. entstand am westlichen Stadtrand der Louvre.
1181 ist die erste überdachte Markthalle eröffnet worden und 1301 ist auf der Île de la Cité ein Königspalast gebaut worden. Die Sorbonne im Süden von Paris hat sich aus mehreren kleinen Schulen entwickelt. Karl V. (1338-1380) ließ am linken Seineufer die Mauer zum Schutz der Stadt vor den Engländern erneuern. 1370 ist auf seine Veranlassung am rechten Ufer, wo heute die grands boulevards verlaufen, ebenfalls eine Mauer errichtet worden. Während des Hundertjährigen Krieges war Paris von 1420 bis 1436 von englischen Streitkräften besetzt.
1436]
Während der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 sind in Paris Tausende von Hugenotten ermordet worden. Auf Veranlassung Ludwig XIV. (1638-1715) sind Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser Invalides und Salpêtrière erbaut worden. Er ließ die Stadtmauern von Paris abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine führende wirtschaftliche Rolle im Land zurückzuführen war.
Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der ersten französischen Republik ebnete. 1844 ist zu Verteidigungszwecken an Stelle des heutigen Boulevard Périphérique eine neue Stadtbefestigung errichtet worden. Diese hatte eine Länge von 39 Kilometern und ist mit ihren 94 Bastionen und 16 Forts die größte Befestigungsanlage der Welt gewesen.
Paris war in den Jahren 1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Veranstaltungsort von sechs Weltausstellungen, welche die kulturelle und politische Bedeutung der Stadt unterstrichen. Nach dem Niedergang des 2. Kaiserreiches und der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen erhob sich 1871 die so genannte Pariser Kommune, die sich aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern zusammensetzte, gegen die konservative provisorische Regierung der Republik. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque. Am Gare de Lyon, der Pont Alexandre III. und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen.
1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Der städtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1940 und 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt. 1968 kam es in der Stadt zu Studentenrevolten und Massenstreiks.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Paris zu einer multikulturellen, kosmopolitischen Stadt. Kamen anfangs noch Italiener, so gibt es mittlerweile eine kulturelle Vielfalt, die in einigen Gegenden die Quartiers dominiert. Sehr bekannt sind vor allem das ostasiatisch-chinesisch geprägte 13. Arrondissement und das afrikanisch-maghrebinisch geprägte 18. Arrondissement. Darüber hinaus gibt es auch jüdisch, japanisch und tamilisch dominierte Viertel.
2005 kommt es zu großen Ausschreitungen von Randalierern in den Vorstädten von Paris, die sich zu einem Flächenbrand über ganz Frankreich ausweiteten.
Einwohnerentwicklung
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1784 handelt es sich um Schätzungen, von 1790 bis 1999 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
Ausschreitungen
Politik
Städtepartnerschaften
Paris unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Paris
Theater
Sehenswürdigkeiten in Paris
Die wichtigsten Musical- und Theaterensembles des Landes haben ihren Sitz in Paris.
Die Comédie-Française oder Théâtre français ist ein Nationaltheater mit vorwiegend klasssischem Repertoire in der Tradition von Molière. Es entstand 1680; berühmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault. Weitere Theater sind das Moulin Rouge, das Théâtre des Bouffes-Parisiens, das Théâtre des Champs-Elysées und das Théâtre Feydeau.
Museen
Die Vielzahl bedeutender Museen in Paris ist einzigartig.
Der 1793 eröffnete Louvre mit über 30000 Exponaten von der Antike bis zum Ende des 19. Jhds zählt zu größten und wichtigsten Museen der Welt.
In einem ehemaligen Bahnhof am linken Seineufer befindet sich seit 1986 das Musée d'Orsay, welches gemalte und plastische Werke von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg beherbergt.
Das 1977 eröffnete Centre National d’Art et de Culture Georges-Pompidou (Centre Pompidou) ist eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt.
Im Jahre 1985 ist das Picasso-Museum, das die weltweit größte Sammlung von Werken des Künstlers beherbergt, eröffnet worden. Es ist im Hôtel Salé untergebracht. Anfang des Jahres 1997 öffnete das Musée de la Musique seine Tore für die interessierte Öffentlichkeit.
Bauwerke
- Straßen und Plätze
Die Avenue des Champs-Élysées ist die wahrscheinlich berühmteste Straße der Welt. Der 71 Meter breite Boulevard bildet das Rückgrat einer einzigartigen südöstlich-nordwestlichen Sichtachse, die beim Louvre und den Tuilerien beginnt, der Place de la Concorde und den Arc de Triomphe umfasst und bis zur Grande Arche im neuen westlichen Stadtteil La Défense reicht.
Der Place de la Concorde ist der größte und letzte der Königsplätze von Paris. Ab 1755 errichtet, war während der Revolutionszeit auf dem in Place de la Révolution umbenannten Platz die Guillotine aufgestellt. Seit 1836 wird der Platz vom Obelisk von Luxor dominiert. Neben dem 23 Meter hohen Obelisken befinden sich zwei aufwändig gestaltete Brunnen.
Der Place des Vosges ist ein unter Heinrich IV. angelegter quadratischer Platz im Distrikt Marais. Der Platz bietet heute ein einzigartig geschlossenes Ensemble von Bauten des frühen 17. Jahrhunderts. Das Ensemble der Place Vendôme wurde für den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. zwischen 1690 und 1720 erbaut. Der von einem geschlossen erhalten gebliebenen, harmonisch angeordneten Palais umfasste Platz wird heute von einer 44 Meter hohen Triumphsäule dominiert, die Napoléon Bonaparte 1806 errichten ließ.
Der Pont Neuf (Neue Brücke) ist die älteste noch erhaltene Brücke über die Seine. Auf dem Place Igor Strawinsky neben dem Centre Pompidou sieht man den bekannten Strawinsky-Brunnen von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle.
- Weltliche Bauwerke
Niki de Saint Phalle]]
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Eiffelturm, eine Stahlkonstruktion aus dem Jahre 1889, die für die Weltausstellung eigentlich nur temporär errichtet werden sollte. Der Triumphbogen wurde von 1806 (unter Napoléon) bis 1836 (unter Louis-Philippe) errichtet. Als Inspiration diente der allerdings deutlich kleinere Titusbogen in Rom. Das Hôtel de Ville ist das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete neoklassizistische Rathaus von Paris.
Paris hat eine Reihe kunstgeschichtlich bedeutender Adelspaläste, ehemalige Stadtresidenzen bedeutender Adliger, Prälaten und Ministerialen. Erhalten sind zahlreiche Bauwerke aus dem späten 15. bis 18. Jahrhundert, insbesondere in den Distrikten Marais und St-Germain-des-Près.
Das Panthéon, errichtet von 1764 bis 1790, wechselte mehrmals seine Bestimmung: Als Kirche konstruiert, wurde der Kuppelbau nach der französischen Revolution 1789 zur nationalen Ruhmeshalle erklärt. Nach mehreren Umwidmungen im 19. Jahrhundert ist sie seit 1885 erneut Ruhmeshalle Frankreichs. Entsprechend illuster ist die Liste hier beigesetzten Personen: Voltaire, Victor Hugo, Émile Zola, Jean-Jacques Rousseau, Marie Curie. 1849 gelang dem Physiker Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel hier der empirische Nachweis der Erdrotation. Das Pendel befindet sich heute in der Kapelle des Musée des arts et métiers. Im ausgehenden 19.Jahrhundert entstand auch der so typische Pariser Haussmann-Stil.
Die Sorbonne ist die älteste Universität nördlich der Alpen. Sie wurde im 13. Jahrhundert im Quartier Latin gegründet. An der Universität studierten und lehrten einige der bedeutendsten Philosophen des Mittelalters. Der heutige Bau der Sorbonne wurde 1885 bis 1901 errichtet.
Im seit Ende der 1950er Jahre im Westen von Paris entstandenen Büro- und Geschäftsviertel La Défense, in dem Wolkenkratzer dominieren, befindet sich als westliche Fortführung der berühmten Pariser Achse die so genannte Grande Arche. Der gigantische, 110 Meter hohe Kubus des dänischen Architekten Johann Otto von Spreckelsen wurde 1989 eingeweiht.
Der Elysée-Palast ist der Amtssitz des französischen Präsidenten.
Das [http://fr.wikipedia.org/wiki/Grand_Palais| Grand Palais] war Ausstellungshalle zur Weltausstellung vergleichbar mit dem Londoner Spiegelpalast. Im Unterschied dazu - er steht noch.
- Kirchen
Elysée-Palast]
Die ehemalige Abteikirche Saint-Denis nördlich von Paris war seit dem 8. Jahrhundert Grablege fast aller französischen Könige. Der 1147 begonnene Neubau der Klosterkirche markierte überdies den Beginn der Gotik. Die Kathedrale Notre-Dame de Paris gilt allgemein als der Inbegriff frühgotischer Baukunst. Sie wurde als Bischofskirche im 12. und 13. Jahrhundert auf der Île de la Cité erbaut und erreicht eine Höhe von 69 Metern. Die gotische Kirche Sainte-Chapelle, in einer kurzen Zeitspanne in den 1240er Jahren entstanden, liegt gegenüber von Notre-Dame auf der Île de la Cité. Sie diente dem König als Aufbewahrungsort für religiöse Reliquien.
Der Invalidendom wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Die prächtige Kuppelkirche dient als Grabstätte bedeutender französischer Feldherren, darunter Napoléon, der 1840 hierher überführt wurde. Die zwischen 1876 und 1914 im Zuckerbäckerstil errichtete Kuppelkirche Sacré-Cœur befindet sich weithin sichtbar auf dem Hügel Montmartre.
Im Quartier Latin befinden sich St. Séverin-et-St-Nicolas, St. Julien-le-Pauvre und St. Etienne-du-Mont, im Marais Temple des Filles de la Visitation Sainte-Marie, St. Paul-et-St-Louis und St-Gervais-et-St-Protais sowie im Stadtteil St-Germain-des-Prés die Kirchen St. Germain-des-Prés und St. Sulpice. Weitere bedeutende Kirchen in Paris sind St. Nicolas-des-Champs, St. Martin-des-Champs, St. Eustache, St. Germain-l'Auxerrois, St. Roch, Ste-Marie-Madeleine, Chapelle Expiatoire, St. Augustin und Ste-Trinité.
- Friedhöfe
Zu den bekanntesten religiösen Bauwerken zählen in Paris auch die neuen Friedhöfe, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts die alten ersetzten. Außerhalb der damaligen Grenzen der Hauptstadt wurden der Cimetière de Montmartre im Norden, der Cimetière du Père Lachaise im Osten, der Cimetière du Montparnasse im Süden, sowie im Zentrum der Stadt der Cimetière de Passy angelegt. Die Bekanntheit dieser Friedhöfe beruht im Wesentlichen darauf, dass hier eine große Anzahl von berühmten Persönlichkeiten beerdigt sind.
- Hotels
Paris ist bekannt für seine vornehmen und eleganten Hotels, die hauptsächlich um die „Tuilerien“ und die „Place Vendôme“ angesiedelt sind. Hier findet man beispielsweise das berühmte „Hotel Ritz“, das „George V“ oder aber das „Hotel Intercontinental“ mit seinem repräsentativen Patio.
Natürlich findet man aber Hotels und Unterkünfte in fast allen Preisklassen. Besonders reizvoll sind die kleinen Stadthotels mit dem berühmten Pariser Charme, auf die man oft ganz unverhofft trifft. Für all diejenigen, die für mehr als drei Monate nach Paris kommen, bietet sich die Anmietung eines „möblierten Appartements“ an.
Parks
Einer der bekanntesten städtischen Parks ist der Jardin du Luxembourg im VI. Arrondissement von Paris, im Quartier Latin. Er wurde im Jahre 1612 angelegt und beherbergt das Palais du Luxembourg, den Sitz des Senats, der zweiten Kammer der französischen Parlaments. Der Garten umfasst streng geometrisch angelegte Partien, aber auch freier gestaltete Zonen.
Weitere bedeutende Parks in Paris sind die Tuilerien, Bois de Boulogne, Bois de Vincennes, Jardin des Plantes, Parc des Buttes-Chaumont, Parc Montsouris, Parc de la Villette und Parc André Citroën.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Parc André Citroën
Paris ist das bedeutendste Wirtschaftszentrum Frankreichs. In der Metropolregion Paris hat sich etwa ein Viertel der Produktionsbetriebe des Landes niedergelassen. Durch den riesigen Absatzmarkt, den die Stadt bietet, übt sie seit jeher große Anziehungskraft auf Hersteller von Konsumgütern aus. Paris ist bekannt für die Produktion von Luxusgütern (Haute Couture und Schmuck). Zu den wichtigsten Erzeugnissen der Stadt zählen chemische Produkte, Elektrogeräte, Kraftfahrzeuge und Maschinen.
Fast alle großen Dienstleistungsunternehmen Frankreichs, insbesondere Banken und Firmen des Finanzwesens, haben ihren Sitz in Paris. Seit den 1990er Jahren werden vermehrt Anstrengungen unternommen, multinationale Konzerne anzusiedeln. Die Stadt ist heute eine der wichtigsten Handelsmetropolen in Europa.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Lage der Stadt inmitten einer der fruchtbarsten Agrarlandschaften in Europa. Die Landwirtschaft war deshalb schon in den früheren Jahrhunderten die bedeutendste Wirtschaftsgrundlage der Region und sicherte die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung in der Stadt.
Verkehr
- Nahverkehr
Der Verkehr in Paris wird überwiegend über die U-Bahn (Métro) abgewickelt. Sie wird täglich von rund fünf Millionen Menschen genutzt und besteht aus 14 Linien mit einer Gesamtlänge von mehr als 200 Kilometern.
An das Métro-Netz angeschlossen sind die Schnellbahnen (RER, Réseau Express Régional), die Paris mit den Vororten verbinden.
Am 21. November 1853 fuhren in Paris die ersten Pferdestraßenbahnen, es waren die ersten in Europa. Mit der Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes begann man am 6. November 1881. Der Betrieb wurde am 14. August 1938 eingestellt. Nach 54 Jahren Unterbrechung verkehrt seit dem 6. Juli 1992 wieder eine Straßenbahn durch die Vororte. Heute befahren zwei Linien ein 23 Kilometer langes Streckennetz, eine dritte nach Paris ist in Planung.
Trolleybusse fuhren zum ersten Mal während der Weltausstellung in Paris zwischen dem 15. April 1900 und dem 12. November 1900, ein weiteres Mal zwischen 1912 und 1914 sowie nach einer Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg vom 7. April 1925 bis 8. Juli 1935. Nach einer siebeneinhalbjährigen Pause wurde der Betrieb noch während des 2. Weltkrieges am 18. Januar 1943 wieder aufgenommen und am 1. April 1966 dann endgültig eingestellt.
- Fernverkehr
1966
Paris besitzt den zweitgrößten Binnenhafen in Europa und ist Knotenpunkt des Eisenbahn- und Straßenverkehrsnetzes in Frankreich. Am Stadtrand befinden sich drei internationale Flughäfen. 48,3 Millionen Passagiere sind im Jahre 2003 auf dem Flughafen Charles de Gaulle abgefertigt worden – dies war die dritthöchste Zahl aller Flughäfen in Europa. Mit 23,1 Millionen Passagieren nimmt Orly den neunten Platz ein. Der dritte Flughafen ist Paris-Beauvais.
Wichtigste Eisenbahnverbindungen sind die Fernstrecken zu den Großstädten Frankreichs wie Marseille, Lyon, Bordeaux, Toulouse, Straßburg und Rennes, die zum Teil mit TGV-Zügen befahren werden. Außerdem gelten die Strecken des Eurostar nach London und des Thalys nach Köln und Amsterdam über Brüssel als bedeutende europäische Verbindungen. Die wichtigsten Personenbahnhöfe sind Gare d'Austerlitz, Gare de l'Est, Gare de Lyon, Gare Montparnasse, Gare du Nord und Gare Saint-Lazare. Dem Eisenbahngüterverkehr dienen die Rangierbahnhöfe Villeneuve-Saint-Georges, Le Bourget und Achères in den gleichnamigen politisch selbständigen Vororten, die durch die Große Ringbahn (Grande Ceinture) untereinander verbunden sind.
Medien
Die meisten französischen Fernseh- und Radiosender haben ihren Sitz in Paris.
Die Stadt ist Erscheinungsort international bedeutender Tageszeitungen („Le Figaro“, „Le Monde“, „Libération“) und bedeutendstes internationales Zentrum des Verlagswesens.
Bildung
Die Gegensätze zwischen Paris und dem Rest des Landes werden besonders im Bereich Bildung deutlich. Denn die angesehensten Bildungsstätten Frankreichs befinden sich überwiegend in Paris. Die 1257 gegründete Sorbonne ist die älteste Universität in Frankreich. Im Jahre 1968 wurde die Universität von Paris durch eine umfassende Reform in 13 unabhängige Teile aufgegliedert. Fünf von ihnen liegen außerhalb der Stadt.
Weitere höhere Bildungseinrichtungen sind das im Jahre 1530 eröffnete Collège de France, die École Polytechnique (eröffnet 1794), das Institut Catholique (eröffnet 1875) und die École du Louvre (eröffnet 1882). Auch die Elithochschule ENA ist in Paris vertreten.
Ludwig XI. legte den Grundstock für die größte öffentliche Bibliothek, die Bibliothèque Nationale, mit einem Bestand von mehr als zehn Millionen Bänden. Ende 1996 wude das neue Gebäude für die Nationalbibliothek von Präsident Jacques Chirac eingeweiht. Die berühmte Académie française ist 1635 gegründet worden. Seit dem Jahre 1803 gehört sie dem Institut de France an.
Persönlichkeiten
Paris war Geburts- und/oder Sterbeort zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem der Schriftsteller Honoré de Balzac, der Komponist Georges Bizet, der Maler François Boucher, der Komponist Frédéric Chopin, der Metallbauingenieur Gustave Eiffel, der Architekt Charles Garnier, der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine, der Schauspieler und Regisseur Mathieu Kassovitz, der US-amerikanische Sänger und Lyriker Jim Morrison (The Doors) sowie der irisch-englische Literat Oscar Wilde.
Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Paris
Galerie
Image:Tour_eiffel_at_sunrise_from_the_trocadero.jpg|Eiffelturm bei Sonnenaufgang
Image:Palais garnier bs.jpg|Garnier-Oper
Bild:Louvre paris.gif|Der Louvre
Image:Place_de_la_Concorde_Luxor_obelisk_dsc00775.jpg|Obelisk aus dem Tempel von Luxor am Place de la Concorde
= Weblinks =
- Portal: Paris.
- [http://www.paris.fr/ Offizielle Paris-Seite]
- [http://www.parisinfo.com/ Pariser Fremdenverkehrsamt]
- [http://deutsch.pidf.com/ Offizielle Paris Ile-de-France-Seite]
- [http://www.paris-tourist.com/ Online-Reiseführer für Paris]
- [http://www.comedie-francaise.fr/ Nationaltheater Comédie Francaise]
- [http://www.zoomify.com/ Zoombares Satellitenbild (Flash benötigt)]
- [http://around.at/paris/ Private Seite über Paris]
- [http://www.parisbalades.com/Deutsch/default.htm/ Paris balades - Paris für Fußgänger (im Aufbau)]
- [http://www.reisefuehrer.cc/index.php/category/paris/ Sehenswürdigkeiten in Paris]
Kategorie:Ort in Île-de-France
Kategorie:Französisches Département
Kategorie:Hauptstadt in Europa
als:Paris (Stadt)
ja:パリ
ko:파리 시
nb:Paris
simple:Paris
1608
Politik und Weltgeschehen
- Schwedische Truppen erobern Moskau
- Hans Lipperhey erfindet das erste Teleskop
- Kapitän John Smith, der den meisten aus der Pocahontas-Legende bekannt ist, erkundet die Chesapeake Bay als erster Weißer
- Der Habsburger Matthias wird König von Ungarn
- Der Franzose Samuel de Champlain gründet die Kolonie Neufrankreich und deren Hauptstadt Québec
Kultur
- 28. Mai: Uraufführung der Oper Arianna von Claudio Monteverdi in Mantua
- 28. Januar: Giovanni Alfonso Borelli, italienischer Physiker und Astronom († 1679)
- 5. Februar: Caspar Schott, deutscher Wissenschaftler († 1666)
- 25. April: Jean-Baptiste Gaston, Herzog von Orléans, ab 1626 Herzog von Orléans († 1660)
- 13. Juli: Ferdinand III. von Habsburg, deutscher Kaiser († 1657)
- 15. Oktober: Evangelista Torricelli, italienischer Physiker und Mathematiker († 1647)
- 9. Dezember: John Milton, englischer Dichter († 1674)
- 6. Juni: Bernardo Buontalenti, italienischer Maler, Architekt und Theatermaschinist ( - 1536)
- 19. Juni: Johannes Pistorius der Jüngere (Niddanus), Arzt, Historiker, Theologe und Politker ( - 1546)
- 18. Juli: Joachim Friedrich, von 1598 bis 1608 Kurfürst von Brandenburg ( - 1546)
- 28. September: Henri de Joyeuse, französischer Kapuzinermönch und Heerführer in den Religionskriegen, Marschall von Frankreich ( - 1563)
- 19. Oktober: Martin Anton Delrio, Jesuit und Hexentheoretiker ( - 1551)
- 26. Oktober: Philipp Nicolai, lutherischer Hofprediger und Pfarrer in Alt Wildungen, Unna, Hamburg, Herdecke und Liederdichter ( - 1556)
ko:1608년
Kardinal
Kardinal ist ein vom Papst verliehener religiöser Titel, der den Träger zur Papstwahl berechtigt und ihn zur besonderen Mitverantwortung an der Gesamtleitung der Kirche ("Senat des Papstes") verpflichtet. Die Verleihung nennt man Kreierung, die protokollarische Anrede eines Kardinals lautet "(Eure) Eminenz".
Herkunft des Begriffs
Der Ausdruck Kardinal kommt zum einen vom lateinischen cardinalis = wichtig, vorzüglich. Zum anderen bezieht er sich ursprünglich auf einen an einer römischen Hauptkirche (cardo) - auch außerhalb Roms - angestellten Geistlichen (in cardinatus cardinalis), dem eine Kirche oder Diakonie als Titelkirche (tituli cardinales) in Rom anvertraut ist.
Es handelt sich um die älteste kirchliche Ehrenfunktion, die unmittelbar auf den Papst, den Summus Pontifex, folgt (höchster Würdenträger nach dem Papst). Sie geht auf die älteste Zeit der Kirchengeschichte zurück, nämlich auf Papst Silvester I. (314-336) - presbyteri et diaconi cardinales.
Kirchenrechtliche Bestimmung
Ein Kardinal ist normalerweise von der Weihe her zugleich ein Bischof; es gibt jedoch auch Ausnahmen, so dass auch gewöhnliche Priester aufgrund besonderer Verdienste zu Kardinälen ernannt werden können. Diese müssen jedoch nach Codex Iuris Canonici zu Bischöfen geweiht werden. Der Papst kann jedoch (wie bei Leo Kardinal Scheffczyk geschehen) auf Wunsch des angehenden Kardinals diese Verpflichtung aufheben. Der Papst ist nicht verpflichtet, den Namen des von ihm ernannten Kardinals bekannt zu geben, in solchen Fällen spricht man von einem Kardinal in pectore. Diese Vorgangsweise wird regelmäßig bei Kardinälen aus Ländern gewählt, in denen die Kirche verfolgt wird.
Man unterscheidet drei Klassen (ordines):
- Kardinalbischöfe,
- Kardinalpriester, und
- Kardinaldiakone.
Die Kardinäle bilden das Kardinalskollegium der Heiligen Römischen Kirche unter der Leitung des Kardinaldekans (Seit Mai 2005 Angelo Kardinal Sodano). Die Kardinäle werden vom Papst ernannt und feierlich in einem Konsistorium "kreiert". Sie sind seine unmittelbaren Gehilfen in der Leitung der Gesamtkirche. Die wahlberechtigten Kardinäle wählen während der Vakanz des Apostolischen Stuhles im Konklave den neuen Papst. Wahlberechtigt sind seit einer 1968 durch Papst Paul VI. erlassenen Regelung alle Kardinäle, die am Tag vor der Vakanz das 80. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die Höchstzahl der wahlberechtigten Kardinäle darf seit einer von Paul VI. erlassenen und am 22. Februar 1996 durch Papst Johannes Paul II. bestätigten Regelung nicht mehr als 120 betragen. Diese Zahl wurde durch die im Februar 2001 und im Oktober 2003 gehaltenen Konsistorien vorübergehend jeweils auf 135 erhöht.
Historisches
Seit dem 4. Jahrhundert waren die Kardinäle zuerst Berater und Mitarbeiter des Papstes im Dienste der "tituli" (Titelkirchen) der Stadt Rom, d.h. der ersten Pfarreien. Kardinäle waren die Vorsteher der "tituli cardinales", also der wichtigsten "Titelkirchen". Bis heute ist jedem Kardinal eine Titelkirche in Rom zugeordnet. Somit gehören Kardinäle auch zum Klerus der Stadt Rom. Seit 1150 versammeln sich die Kardinäle im "sacrum collegium", dem der Dekan vorsteht. Seit dem Jahr 1059 sind die Kardinäle die ausschließlichen Papstwähler.
Kleidung
Kardinäle tragen zu besonderen Anlässen eine früher purpurfarbene, heute scharlachrote ("porpora") Soutane (Talar) und die Mozetta (Schulterumhang) sowie das scharlachrote Birett (Kopfbedeckung), das in einer besonderen Zeremonie vom Papst verliehen wird. Hinzu kommen das Zingulum (Gürtelband) und das Pileolus (Scheitelkäppchen) aus roter Moiréeseide. Die rote Farbe soll darauf hinweisen, dass sie bereit sein sollen, jederzeit als Märtyrer für den Glauben zu sterben. Außerhalb der Liturgie trägt der Kardinal eine schwarze Soutane mit roter Paspelierung (Nahtbesatz) und roten Knöpfen. Der früher übliche große Kardinalshut, mit jeweils zu den Seiten herabhängenden 15 roten Quasten (fiocchi) erscheint heute nur noch im Wappen des Kardinals.
Recht und Ehrenrechte des Kardinals
Der Kardinal besitzt das Recht, in seiner eigenen Kirche begraben zu werden, er kann überall in der Welt das Bußsakrament spenden, er darf (bei Verfehlungen gegen das kirchliche Recht) nur vor das Gericht des Papstes gezogen werden und kann den Ort zur Zeugenvernehmung selbst bestimmen. Über seine Titelkirche übt er keinerlei Leitungsgewalt aus, wohl aber beratende Schirmherrschaft.
Zu den Ehrenrechten gehört der sog. "Kardinalspurpur", der in Wirklichkeit scharlachrot ist, und seit 1630 die Anrede "Eminenz". Der Titel "Kardinal" wird zwischen Vor- und Nachname geführt.
Liste traditioneller Kardinalssitze
Verschiedene und besonders wichtige Bischofssitze werden für gewöhnlich mit einem Kardinal besetzt. Ist dies nicht der Fall, so wird der Bischof fast immer kurz nach seinem Amtsantritt in das Kardinalskollegium berufen. Zu diesen Bischofssitzen gehören:
- Argentinien: Erzbistum Buenos Aires
- Australien: Erzbistum Sydney
- Belgien: Erzbistum Mechlen-Brüssel
- Brasilien: Erzbistum Rio de Janeiro, Erzbistum São Paulo
- Chile: Erzbistum Santiago de Chile
- Deutschland: Erzbistum Berlin, Erzbistum Köln, Erzbistum München-Freising
- Dominikanische Republik: Erzbistum Santo Domingo
- Ecuador: Erzbistum Quito
- Frankreich: Erzbistum Lyon, Erzbistum Marseille, Erzbistum Paris
- Großbritannien: Erzbistum Westminster
- Indien: Erzbistum Bombay
- Irland: Erzbistum Armagh, Erzbistum Dublin
- Italien: Erzbistum Bologna, Erzbistum Florenz, Erzbistum Genua, Erzbistum Mailand, Erzbistum Neapel, Erzbistum Palermo, Erzbistum Turin, Erzbistum Venedig
- Kanada: Erzbistum Montréal, Erzbistum Toronto
- Kolumbien: Erzbistum Bogota
- Kroatien: Erzbistum Zagreb
- Litauen: Erzbistum Vilnius
- Mexiko: Erzbistum Guadalajara, Erzbistum Mexiko-Stadt
- Neuseeland: Erzbistum Wellington
- Niederlande: Erzbistum Utrecht
- Österreich: Erzbistum Wien
- Peru: Erzbistum Lima
- Polen: Erzbistum Breslau, Erzbistum Krakau, Erzbistum Warschau
- Portugal: Erzbistum Lissabon
- Spanien: Erzbistum Barcelona, Erzbistum Madrid, Erzbistum Toledo
- Tschechien: Erzbistum Prag
- Ukraine: Erzeparchie Lemberg
- Ungarn: Erzbistum Esztergom-Budapest
- Venezuela: Erzbistum Caracas
- USA: | | |